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Schwäbischer Albverein e.V.
Ortsgruppe Riedlingen |
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Wanderwoche vom 20. – 26.06.1999 im Spessart mit
Standquartier Hotel "Oberschnorrhof" in Dammbach-Krausenbach
Die Wanderwoche der Ortsgruppe Riedlingen
des Schwäbischen Albvereins e.V. führte vom 20. bis 26.06.1999 in den relativ
unbekannten Hochspessart im Mainviereck Lohr-Wertheim-Miltenberg-Aschaffenburg.
Das gute und preiswerte Hotel "Oberschnorrhof" bei Dammbach war Standquartier
der Gruppe.
Die erste Wanderung führte vom Waldhufendorf
Heimbuchenthal im Elsavatal über die Eselshöhe und Zeugplatte zum Echterspfahl.
Der Pfahl, der die alte Grenze zwischen den Besitzungen der Echter, derer von
Rieneck und des Hochstifts Würzburg markierte, soll der Sage nach einst den von
Kaiser Barbarossa geächteten drei Brüder Echter zum Anbinden ihrer Pferde
gedient haben wenn sie sich heimlich getroffen haben. Auf dem Rückweg durch den
Ingelheimer Grund wurde kurz vor der Ortschaft Mespelbrunn das Wasserschloss
gleichen Namens besichtigt. Hamann Echter soll die Hofstätte als Geschenk für
seine treuen Dienste vom Erzbischof von Mainz 1412 erhalten haben. Die Hofstätte
wurde zwischen 1427 und 1434 zur Wasserburg ausgebaut und im 16. JH zum
Wasserschloss erweitert. 1545 wurde Julius Echter im Schloss Mespelbrunn
geboren, der als Würzburger Fürstbischof die Universität und das Juliusspital zu
Würzburg gründete.
Der zweite Tag war bestimmt durch die
lohnenswerte Stadtbesichtigung von Miltenberg. Hier gab es wunderschöne
Fachwerkbauten mit ihren Steilgiebeln, deren Entstehung bis ins 15. JH reichen
z.B. das Hohe Haus, genannt "Schnatterloch", das ehemalige Gasthaus zur Krone,
das Haus zum Riesen, welches seit 1504 als Fürstenherberge bezeugt ist, zu
besichtigen. Eine Besuch der Mildenburg darf dabei nicht fehlen, die zum Teil
aus dem 13. Jahrhundert stammt. Doch bevor es nach Miltenberg ging, konnten sich
die Wanderfreunde uralten Baumbestand, bis zu 800 Jahre alte Eichen und bis zu
500 Jahre alte Buchen, im Naturschutzgebiet Rohrberg bei Rohrbrunn ansehen.
Das der Spessart auch erhebliche
Höhenunterschiede aufzuweisen hat, wurde bei der Wanderung am dritten Tag vom
Standquartier Oberschnorrhof hinunter ins Dammbachtal nach Krausenbach und dann
mit 300 m Anstieg zur Geißhöhe
(521 m) bewiesen. Auf der Geißhöhe liegt der Weiler Oberwintersbach, der als die
höchstgelegene Spessartsiedlung gilt. Der Ludwig-Keller-Turm des Spessartbundes
gibt bei entsprechendem Wetter den Blick auf Frankfurt, den Taunus, die Rhön und
den Odenwald frei, so dass sich die Besteigung des Turmes immer lohnt. Die
Rundwanderung wurde über Wildensee, Kreuzsteintor und Kreuztor zurück zum
Oberschnorrhof wieder geschlossen. Dieser Teil verläuft ein Stück auf dem
Eselsweg. Dieser ist ein alter Handelsweg, auf dem einst auf Eselsrücken großen
Mengen Salz von Schlüchtern, Steinau und Bad Orb durch den Spessart bis nach
Miltenberg transportiert wurde.
Zu einem Aufenthalt im Spessart gehört auf alle Fälle auch
eine Schifffahrt auf dem Main. Die Strecke Miltenberg – Wertheim konnte unter
Einschluss von zwei Schleusen in drei Stunden bewältigt werden. Die sich
anschließende Stadtbesichtigung von Wertheim mit ihrer Burg und den anderen
Sehenswürdigkeiten war der Besichtigung von Miltenberg gleichzustellen und
ebenfalls hoch interessant. Wertheim wurde bereits 779 erstmals urkundlich
erwähnt, erhielt 1009 die Marktrechte und nennt sich seit Ende des 12. JH Stadt.
Sie wird überragt durch die ins frühe 12. JH zurückreichende Burg und ist bis
1806 Haupt- und Residenzstadt der Grafschaft Wertheim. Seit 1806 badisch gehört
Wertheim seit 1951 zu Baden-Württemberg.
Die letzte Wanderung führte von
Kreuzwertheim ins Himmelreich. Das Himmelreich ist ein lang gestreckter
Bergvorsprung, der in einer engen Schleife vom Main umflossen wird und zur
Gemarkung Kreuzwertheim gehört. Imposante Reste von Wällen und Gräben auf seinem
Rücken konnten bis jetzt noch nicht geschichtlich eingeordnet werden.
Kreuzwertheim gehörte zum Gebiet der Grafschaft Wertheim rechts des Mains, das
seit 1806 zu Bayern gehört.
Als Abschluss am Rückreisetag stand die
Besichtigung von Würzburg auf dem Programm. Eine Führung durch die Residenz
sollte bei einem Besuch in Würzburg nicht fehlen. Allerdings bietet Würzburg so
viel Interessantes, das nicht an einem Tag zu sehen ist.
Weitere Auskünfte und Ansprechstelle:
info@albverein-riedlingen.de
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