30 Wanderfreunde beteiligten sich an der diesjährigen
Wanderwoche der Ortsgruppe Riedlingen des Schwäbischen Albvereins in der Rhön,
einem Gebiet, das den meisten Teilnehmern unbekannt war. Der Gasthof "Zur Linde"
in Burgwallbach war Standquartier und erwies sich als gute Wahl.
Am Anreisetag wurde ein Spaziergang zur Erkundung des
Ortes durchgeführt. Am Montag fand die erste Wanderung statt, die von
Burgwallbach, durch den Burgwallbacher Forst, über den Käulingsberg und das
Neustädter Haus zum Kreuzberg führte. Der Kreuzberg, seit der Missionierung
durch den Hl. Kilian im Jahr 686 der heilige Berg der Franken, ist mit 928 m die
höchste bayerische und insgesamt die zweithöchste Erhebung der Rhön. Nach der
Besichtigung des Klosters Kreuzberg und dem Genuss des Kreuzbergbieres verlief
der weitere Weg über das Feriendorf und Haselbach zum Tagesziel Bischofsheim.
Die Wanderung am nächsten Tag führte die Gruppe zur "Perle der Rhön", der
Milseburg. Ausgangs- und Zielpunkt war das Fuldaer Haus, ein Wanderheim des
Rhönklubs. Die St. Gangolfskapelle von 1932 und die barocke Kreuzigungsgruppe
von 1756 befinden sich im Gipfelbereich der Phonolithkuppe der Milseburg, die
schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit befestigt war. Nach der anstrengenden
Wanderung des Vortages konnten sich bei dieser Tour die Wanderer erholen ohne
auf den Genuss der überwiegend unbekannten Landschaft verzichten zu müssen. Die
Wanderung am dritten Tag war nicht nur mit der Wasserkuppe mit 950 m als
höchstem Punkt der Rhön sondern auch von der gesamten Landschaft der Höhepunkt
der Wanderwoche. Mit dem geologischen Lehrpfad von Abtsroda über die
Wasserkuppe, den Pferdskopf hinunter zum Guckaisee und wieder über die
Wasserkuppe zum Ausgangspunkt zurück wurde den Wanderfreunden bei ungefähr 600
Höhenmeter die geologische Zusammensetzung sowie Fauna und Flora der Rhön
erklärt. Die Wasserkuppe, aufgebaut aus basaltischen Laven und Tuffen, darunter
tertiäre Lockersedimente mit Braunkohle und Kaolin, gilt als die Wiege des
Segelfluges und ist heute ein Zentrum für Modell-, Segel- Gleitschirm- und
Drachenflug im Sommer sowie mehreren Skiliften im Winter für den Tourismus
gerüstet. Für den Donnerstag hatte der Wanderführer einen Gang durch das
Naturschutzgebiet Schwarzes Moor, mit 60 ha das größte Moor der Rhön, geplant.
Der mit einem Bohlenweg erschlossene Moorlehrpfad gibt dem Besucher einen
Einblick in die Entstehung und Aufbau eines Moores. Weiterhin werden die
Pflanzen- und Tierwelt eines Moores ausführlich erläutert. Ausgangspunkt für die
anschließende Wanderung war der Wanderparkplatz Schwarzes Moor. Von hier führte
der Weg zum Grenzdenkmal, einem Wachturm mit dazugehörigen Zaunanlagen der
ehemaligen innerdeutschen Grenze, und damit auf thüringisches Gebiet nach Birx.
Am Birxer Graben befand sich die Gruppe auf hessischem Gebiet und kehrte am
Dreiländereck, mit einem Grenzstein und einem Holzwegweiser markiert, wieder auf
bayerischen Boden zurück. Auch an das Kulturelle wurde gedacht und so erhielt
die Gruppe am Vormittag des vorletzten Tages eine Stadtführung im historisch
sehenswerten Münnerstadt. Herausragend war die Stadtpfarrkirche St. Maria
Magdalena mit einem Seitenaltar von Tilmann Riemenschneider, die von dem Führer
wie die ganze Führung sehr gut erklärt wurde. Am Nachmittag fand noch eine
zweistündige Rundwanderung vom Schweinfurter Haus aus auf dem Naturlehrpfad am
Gangolfsberg statt. Hierbei waren vor allen Dingen die fünf- bis sechseckigen
Basaltsäulen, die die Lava beim Erkalten in der Erde entstehen ließ, durch die
Erosion sichtbar wurden, sehenswert. Bevor es am Samstag wieder Richtung Heimat
ging, stand noch die Besichtigung des Domes und des Dommuseums von Fulda auf dem
Programm, wobei natürlich auch zum Ausdruck kam, dass die Stadt Fulda sehr
sehenswert und damit eine Reise wert ist.