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Schwäbischer Albverein e.V.
Ortsgruppe Riedlingen
 

Wanderwoche 2010 in der Sächsischen Schweiz vom 11. bis 18.07.2010

 

Zum zweiten Mal innerhalb von neun Jahren hat sich die Ortsgruppe Riedlingen des Schwäbischen Albvereins e.V. von der Landschaft der Sächsischen Schweiz faszinieren lassen. Die Wandergruppe war wieder im guten Landhotel „Deutsches Haus“ in Cunnersdorf bei Königstein untergebracht und hat von dort aus die Sächsische Schweiz „unsicher“ gemacht.

Nach der Anreise am Sonntag und dem Bezug der Zimmer wurde am heißen Montag eine Wanderung in den kühlen Gründen von Stadt Wehlen und Kurort Rathen unternommen. Ausgangspunkt war die Fähre in Stadt Wehlen von wo die Wanderung durch den Wehlener Grund, Uttewalder Grund, Knotenweg, Kohlgrund und Höllengrund zum Steinernen Tisch und den Fremdenweg zur Bastei führte. Die Bastei ist der meistbesuchte und bekannteste Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz und gilt als die älteste Attraktion des Elbsandsteingebirges. Der hervorragende Ausblick über die gesamte Sächsische Schweiz stellt ebenso einen Höhepunkt dar wie der schwindelerregende Blick hinunter auf die 190 m tiefer liegende Elbe bleibende Eindrücke hinterlässt. Nach einer ausgiebigen Mittagspause und Besichtigung der Basteiregion mit Basteibrücke wurde die Wanderung über den Gansweg, die Schwedenlöcher, durch den Amselgrund, am Amselsee vorbei und Kurort Rathen bis zur Fähre fortgesetzt. Dabei wurden ca. 13 Km Strecke mit ca. 250 Höhenmetern überwunden.

Am Dienstag stand zuerst eine Besichtigung mit Führung in der Frauenkirche an. Herr Präuer, unser Führer erläuterte uns in den Betstuben die Geschichte der Frauenkirche und führte anschließend über die zweite Empore und den Kirchenraum durch das Gotteshaus. Nach der Frauenkirche war für uns eine Führung in der Semperoper organisiert. Hier wurde den Teilnehmern die Geschichte der Semperoper und Gottfried Semper, der Erbauer erzählt. Die Erläuterungen über die Bühnen und dazugehörigen Bauten erfuhren die Teilnehmer vom zweiten Rang aus und hatten damit einen Überblick über das Parkett und zum Riesenkronleuchter an der Decke. Die Ausstattung und auch die Ausgestaltung hinterließen bei allen einen imponierenden Eindruck. Danach konnte jeder nach eigenen Vorstellungen den Nachmittag gestalten. Um 16.00 Uhr stand die Fahrt mit einem Dampfschiff von der Anlegestelle in Dresden zum Schloss Pillnitz bei Niedrigwasser, der Pegel Dresden zeigte 0,82 m Wassertiefe an, die Nachfrage beim Schiffsführer ergab als Antwort eine durchschnittliche Wassertiefe von 1,30 m, auf dem Programm. Während der Fahrt kam die Gruppe an der Baustelle der neuen Elbbrücke vorbei, weshalb Dresden den Status Weltkulturerbe verlor und welche als Entlastung für das „Blaue Wunder“ dienen soll. Nach Auskunft sind die Kosten allerdings in der Zwischenzeit so hoch, dass auch die ursprüngliche, aber wegen der hohen Kosten verworfene, Tunnellösung hätte realisiert werden können.

Der Mittwoch sollte die einzige Wiederholung der Wanderwoche 2001 erfahren; wegen der damals schlechten Witterung stand die Wanderung in der Böhmischen Schweiz auf dem Programm. Ausgangspunkt war der Ort Hrensko (Herrnskretschen), danach am Kamnitzbach entlang zur Jungfernquelle und zur Dreikönigsquelle. Ab hier begann der Aufstieg zum Prebischtor. Die wunderschöne Aussicht geniessend mit Blicken zum Rosenberg (in Tschechien) Großen und Kleinen Zschirnstein, Kaiserkrone, Zirkelstein, Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gohrischstein, Pfaffenstein, Festung Königstein und dem Großen Winterberg wurde einmal die Runde gedreht. Das Prebischtor, größtes Felsentor Europas, ist der meistbesuchte Ort der Böhmischen Schweiz und wurde zum Symbol des Nationalparks Böhmische Schweiz. Es entstand infolge Auswitterung einer größeren Nische, die sich in  einem schmalen Felsriegel gebildet und heute die Ausmaße mit 16 m Höhe, 27 m Breite und eine Bogenbreite von 7 bis 8 m hat. Der Weg führte weiter über den Gabrielensteig nach Rainwiese (Mezni Louka) und Stimmersdorf (Mezna). Von hier aus stiegen wird in die Edmundsklamm ab und mussten ein Stück unseres Weges in Ermangelung anderer Möglichkeiten per Kahn zurücklegen. Der letzte Teil des Weges führte an der Kamnitz entlang wieder zurück nach Hrensko. Wer mehr als 15 Km Strecke mit etwa 400 Höhenmetern bewältigen will kann von Rainwiese aus weiter östlich in das Kamnitztal absteigen und durch die Wilde Klamm (derzeit allerdings geschlossen) in Edmundsklamm wandern.

Der „kühlste“ Tag der Woche, der Donnerstag, wurde zur „Bezwingung“ des Liliensteins ausgesucht. Nach dem Frühstück wurde die Gruppe vom Bus nach Oberrathen gebracht. Nach dem Übersetzen mit der Fähre führte der Wanderweg von Kurort Rathen auf dem Kottesteig an der Elbe entlang bis zum „Einsiedler“. Von der Gaststätte führt der Lottersteig zur Kaiserstraße und weiter auf dem Kirchsteig am Waldfriedhof, der zum Gedenken an die 117 Menschen, die aus ihrer Heimat im Sudetenland und Schlesien vertrieben wurden und 1945-47 in einem Massengrab ihre letzte Ruhestätte fanden, nachdem sie an Typhus und Hunger umgekommen waren, vorbei. Nach einem weiteren Stück Weg erfolgt die Abzweigung auf den Lilienstein mit seinen drei Aussichtspunkten. Das Osthorn, früher auch „Königsnase“ genannt, mit dem Gedenkstein an die Besteigung August des Starken im Jahre 1708. Etwa in der Mitte ist der Schildkrötenstein mit dem weithin sichtbaren 16 m hohen „Wettiner Obelisk“, der zum 800-jährigen Jubiläum der Wettiner vom Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz 1889 errichtet wurde. Um zur zerklüfteten Westaussicht zu gelangen, sind über einige Brücken etliche tiefe Schluchten zu überwinden. Der Abstieg führt an die südwestliche Seite des Liliensteins, wo ein direkter Weg nach Ebenheit und steil abwärts nach Halbestadt und mit der Fähre nach Königstein führt. Für den Nachmittag war ein Besuch auf der Festung Königstein vorgesehen. Hier hatte jeder etwa 3 ½ Stunden Zeit, sich die interessanten Teile der Festung anzusehen, an einer Führung teilzunehmen oder auch nur bei Kaffee und Kuchen die Zeit zu vertreiben. Leider konnten nicht alle Gebäude besichtigt werden, da von RTL u.a. auf der Festung Königstein ein Krimi gedreht wurde.

Am Freitag war der Höhepunkt der Wanderwoche vorgesehen. Von Bad Schandau sollte vor Beginn der Wanderung mit der Kirnitzschtalbahn bis zur Haltestelle Beuthenfall gefahren werden, was aber aus fahrplanmäßigen Gründen nicht zu realisieren war. Deshalb wurde die Fahrt mit dem eigenen Omnibus durchgeführt. Von der Haltestelle Beuthenfall wanderte die komplette Gruppe durch den Dietrichsgrund und den Unteren Affensteinweg bis zum Fuß des Bloßstock. Hier bogen die geübten Wanderer nach links Richtung Häntzschelstiege ab. Über eine steile Stiege ging es aufwärts bis zum ersten Absatz mit einem schönen Blick zur Brosinnadel, Falkenstein und Hohem Torstein. Danach begannen steile, ausgesetzte Kletterstellen, die mit Hilfe von Eisenklammern überwunden und weiter aufwärts über Trittstufen und Eisenklammern, die durch Stahlseile abgesichert wurden. Eine Eisenleiter und Stufen führte zur Oberen Affensteinpromenade und zum Einstieg zur Häntzschelstiege.  Zur Trittsicherheit kam dabei noch die Schwindelfreiheit was mit herrlichen Aussichten belohnt wurde. Der interessanteste Aufstieg, anfangs in einen dunklen und engen Felsspalt, um dann aus dessen hinterstem Winkel an Eisenklammern den Spalt hinaufzuklettern, stand noch bevor. Über Leitern, anfangs noch im Felsinnern, später eine Kluft überschreitend und über felsiges Gelände, mit Eisenklammern gut begehbar gemacht, erreichten sie die zerklüftete Spitze des Langen Horns. Von hier führte der Weg auf der Höhe weiter über den Zurückesteig zum Schrammsteinweg. Die zweite Gruppe wanderte auf dem Unteren Affensteinweg weiter bis zur Abzweigung in die Wilde Hölle. Anfänglich auf einem gut begehbaren Weg musste etwa in der Mitte der Wilden Hölle eine Leiter mit einer anschließenden Kletterpassage mit Tritten und durch Eisenklammern gesichert, überwunden werden. Über den Oberen Affensteinweg erreichte die Gruppe ebenfalls den Zurückesteig und den daran anschließenden Schrammsteinweg. Über den Gratweg wurden die Schrammsteinaussichten erreicht, wo eine ausgiebige Pause eingelegt wurde, um den imposanten Ausblick auf sich wirken zu lassen. Danach erfolgte der Abstieg, anfänglich über Treppen, zum Großen Schrammtor, wo sich die Wandergruppe wieder zusammen fand und gemeinsam den Abstieg über den Obrigensteig nach Postelwitz bewältigte. Die Anstrengung der Wanderung wurde mit imposanten Ausblicken belohnt war das Fazit des Tages.

Am Samstag fuhr die Gruppe wegen des gewittrigen Regens gemeinsam nach Bad Schandau. Von hier aus fuhren einige nach Meißen, andere nach Dresden und der große Teil verblieb in Bad Schandau. Hier wurde die Möglichkeit genutzt mit der Kirnitzschtalbahn bis zum Lichtenhainer Wasserfall zu fahren. Einige nutzen die Möglichkeit zu einer Wanderung zum Kuhstall und zur Himmelsleiter, andere bevorzugten einen gemütlichen Nachmittag in Bad Schandau.

Während der Rückreise am Sonntag konnte von allen Teilnehmern ein positives Resümee gezogen werden; zum einen weil viele nicht wussten, dass wir in Deutschland so schöne Landschaften haben und zum anderen sich so abwechslungsreiche Wanderungen mit anderen Veranstaltungen ohne größeren zeitlichen Aufwand in der Sächsischen Schweiz organisieren lassen. Nach dem Dank an alle und an die Wanderführer bei der Schlusseinkehr im Gasthof „Rosengarten“ in Riedlingen konnten alle Teilnehmer nach einer abwechslungsreichen und interessanten Woche die Heimkehr antreten.

 

Bearbeitungsstand: 10.10.2010   

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