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Schwäbischer Albverein e.V.
Ortsgruppe Riedlingen
  

Wanderung auf der Ehinger Alb am 24.05.2009

 

Am 24.05.2009 führt die Ortsgruppe Riedlingen eine Wanderung auf der Ehinger Alb durch.
Ausgangspunkt der Wanderung war der Parkplatz beim Segelfluggelände an der Kreisstraße K 7414 Ehingen - Schlechtenfeld. Von hier aus führte die Wanderung durch die Markung Weldeshölzle zum Naturschutzgebiet "Blauer Steinbruch".
Der „Blaue Steinbruch" entstand Ende des 19. Jahrhunderts als die von 1890 – 1927 bestehende Ehinger Zementfabrik die hier unter den Liegenden Bankkalken anstehenden Zementmergel für ihre Produktion abbaute. Über eine Seilbahn wurden täglich 20 Tonnen Material ins Werk transportiert. Nach der Stilllegung des Steinbruchs in den 1940er Jahren füllte sich seine tiefste Stelle 10 Meter hoch mit Wasser, das dem Gesteinsuntergrund sein intensives Blau verdankt. Das Gebiet bietet vor allem mehreren Amphibien-, Insekten- und Reptilienarten Lebensraum.


An einer Kreuzung im Wald auf dem Weg und am NSG "Blauer Steinbruch"

Der nächste Teil des Wanderweges an einem Wegkreuz vorbei zur Zufahrtsstraße zur Jungviehweide. Nach Überquerung führte der Weg zum mit blauem Dreieck markierten Wanderweg und erreichte nach Überquerung der B 465 das Gelände der Firma Liebherr. Entlang des Zaunes des neuen Testgeländes wurde die Markung Wolfsgurgel erreicht. Nach einer kurzen Pause führte der Weg am Schützenhaus und durch den Aussiedlerhof bis zum Jäger- und Ziegelhof. Oberhalb steht eine kleine Kapelle mit einem schönen Überblick über Ehingen. Sicher nachweisbar ist "Ehinga" erstmals 961 in einer Tauschurkunde des Bistums Chur mit dem Kloster Schwarzach (Baden). Die noch kleine Ansiedlung lag in der Schmiechniederung an der Stelle der heutigen Unteren Stadt. Die eigentliche Entwicklung zur Stadt begann jedoch erst mit der Neugründung durch die Grafen von Berg neben ihrer Burg über der Schmiech. 1253 ist erstmals von cives, von Bürgern, die Rede. Nach dem Aussterben des Berger Grafenhauses fiel Ehingen 1346 an Österreich. Bald jedoch verpfändeten die finanzschwachen Habsburger die Stadt an verschiedene Adelige. Nicht zuletzt dieser Umstand sowie der wachsende Wohlstand ermöglichte es ihren Bürgern, nach und nach wichtige Rechte zu erwerben, so dass sie bald den Reichsstädten nur wenig nachstand.
Zu den glanzvollen Zeiten, die Ehingen erlebte, gehören die Jahre um 1500, als sich Kaiser Maximilian mehrfach in ihren Mauern aufhielt. Zu seinem hiesigen Freundeskreis gehörten die Gebrüder Winckelhofer, der Dichter Jakob Locher sowie der Bildhauer Jörg Muskat, die alle hier geboren waren.
Nach dem 30jährigen Krieg versammelten sich die schwäbisch-österreichischen Stände regelmäßig in Ehingen. Ihre Tagungen waren, wie die Zusammenkünfte des Kantons Donau der schwäbischen Ritterschaft, für die Stadt von großer gesellschaftlicher, insbesondere aber von wirtschaftlicher Bedeutung. Noch heute lassen Ritter- und Ständehaus den Glanz dieser Ereignisse ahnen. Andererseits blieb die Stadt von Katastrophen und Rückschlägen nicht verschont. So haben die Brände von 1688 und 1749 im Stadtbild deutliche Spuren hinterlassen.
Als nach dem verlorenen Krieg gegen Frankreich Habsburg im Frieden von Preßburg 1805 seine Vorlande an die französischen Verbündeten abtreten musste, kam Ehingen nach über viereinhalb Jahrhunderten österreichischer Herrschaft an das neugeschaffene Königreich Württemberg.
Bereits im folgenden Jahr bestimmte man es zum Sitz eines Oberamtes, den Vorläufer der heutigen Landkreise.
Seit 1974 ist Ehingen mit seinen inzwischen 17 Teilorten Große Kreisstadt.


Auf dem Weg zum Liebherr-Gelände und Blickrichtung Jäger- und Ziegelhof

Ständig ansteigend brachte der Wanderweg die Gruppe zur Stoffelbergkapelle, dem mit 716 m höchsten Punkt der Wanderung.
Die Stoffelkapelle steht an der Stelle eines wohl St. Christophorus geweihten Vorgängerbaus. Aufmerksamkeit verdient ein daneben stehender Geleitstein. Seit dem Aufschwung von Handel und Verkehr im Mittelalter wurde den Warenzügen zum Schutz vor Überfällen ein Geleitschutz beigegeben. Geleitsteine markierten die Streckenabschnitte der jeweiligen Geleitsherrschaften, die vom Schützling für ihre Dienste entlohnt werden mussten. Der hiesige Stein an der ehemaligen Straße Ehingen – Münsingen markiert die Grenze des Geleitrechts zwischen Vorderösterreich und Württemberg.


Altsteußlingen mit Dächingen, die Gruppe bei der Pause an der Stoffelbergkapelle,

mit Sitzgelegenheit auf dem Geleitstein, vor dem Aufbruch und so sah es 2 1/2 Wochen vorher aus.

Nach der Mittagspause konnte die Gruppe nochmals die Aussicht oberhalb der Jungviehweide auf Ehingen geniessen. An der Eichhalde begann der Abstieg nach Mühlen.
Der Ort Mühlen gehört zur Gemeinde Kirchen und ist seit 817 als „Muliheim" bekannt. Nachdem es als Lehen der Steußlinger und später der Württemberger im Besitz mehrerer Adelsfamilien war, kam der kleine Ort 1749 in den Besitz der Ehinger Liebfrauenpflege. Auf einem Bergsporn steht das „Käppele", eine dörfliche Marienwallfahrtskirche mit spätgotischer Marienstatue.


Damwild und Steinböcke am Mühlener Weiher ...


... im Mühlener Käppele und ein Blick auf einen Teil von Mühlen.

Gleich danach erfolgte der letzte größere Anstieg zum Aussichtspunkt bei der Höhe 650 oberhalb von Mühlen auf dem Weg zum Hungerbrunnen. Die Aussicht reicht hier von Ehingen bis zum Bussen.
Hungerbrunnen ist die Bezeichnung für zeitweilig aussetzende Quellen, die nur in regenreichen Jahren fließen und oft Missernten und damit Hungersnöte im Gefolge hatten. Er liegt fast auf gleicher Höhe wie das Gesundheitsbrünnele und entspringt wie dieses aus den Quellhorizonten der Oberen Süßwassermolasse.
Dem erst mit blauer Raute, später mit blauem Dreieck markierten Wanderweg kam die Gruppe zum Gesundheitsbrünnele
Die Quellen des Gesundheitsbrünnele entspringt wie der Hungerbrunnen der Oberen Süßwassermolasse. Gegen Ende des Miozäns (ca. 25 – ca- 7 Mio Jahre) (Tertiärzeit ca. 65 bis ca. 2,5 Mio Jahre), vor ca. 10 Millionen Jahren lagerte ein weiterer See die Obere Süßwassermolasse ab. Danach erfolgte die Hebung der Albtafel und der Rückzug des Jurameeres.
Etwa 200 m links oberhalb des Rinnsals, in der Flur Eschenbach, markiert eine Bodenerhebung die Stelle einer ehemaligen Burg. Sie wird 787 erwähnt, als der alamannische und fränkische Adlige Tilli seinen Besitz in „Achinbach" dem Kloster Lorsch schenkte.
Die Sage behauptet, dass man hier manchmal den Ritter von Eschenbach trifft, der einst den Meineid schwor, nie wieder einen Tropfen Wasser zu trinken, so verlockend die Quelle auch sei. Er kann erst erlöst werden durch ein unschuldiges Mädchen mit blondem Haar und blauen Augen, das nur Wasser und Milch getrunken hat.
und weiter bis zur Abzweigung des Faudertalsträßchens. Diesem folgend wird nach einer Weile der Ausgangspunkt wieder erreicht.

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